Der neue Reisende

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Der moderne Reisende sieht sich nicht mehr als Tourist – was hat das mit Ihrem Hotel zu tun?

“Och ne, da sind zu viele Touristen”

Auf den Listen der Dinge, die die Urlaubsfreude am meisten trübt wollen, steht regelmäßig “andere Touristen” ganz weit oben. Einige Reise-Magazine messen sogar Jahr für Jahr die Schönheit eines Zieles an der geringen Menge anderer (deutscher) Touristen, die ebenfalls dort urlauben.

Immer mehr Reisende von heute wünschen sich authentische, besondere Erlebnisse und keine Pauschaltour von der Stange. Diesen Trend nennt man auch De-Touristification. Als logische Folge werden Orte, Restaurants und Events gemieden, die als besonders “touristisch” empfunden werden.

Dieser Trend wurde maßgeblich durch die digitalen Möglichkeiten beschleunigt. Eine Wandertour in die Schwedischen Wälder mit Gefahr, sich zu verlaufen? Kein Problem, man hat ja GPS und Navi in der Tasche.
Die neuesten hippen Cafés in Berlin, wo die lokalen Entrepreneure ihren Chai Latte trinken? Werden wahlweise auf Twitter mittels #Followerpower oder in den Tripadvisor-Hitlisten recherchiert.

Warum das Ihr Hotel-Business beeinflusst

Sie haben den logischen nächsten Schritt wahrscheinlich schon entdeckt: auch die Unterkunft soll das Bedürfnis nach Individualisierung beantworten.  Aktuell wird dieser Gedanke in der Hotellerie vor allem in der Produktpalette umgesetzt, z.B. indem gemütliche Gemeinschaftsbereiche die nüchterne Hotel-Lobby ersetzen und Gäste konsequent geduzt werden.
Das ist nicht zuletzt eine Antwort auf eine der bevorzugten Unterkunftsarten der De-Touristification, nämlich Sharing Angebote wie AirBnb.

Änderungen in der Einrichtung sind aber nur ein Bestandteil, um in der De-Touristification erfolgreich zu sein. Denn im Kern geht es aber vor allem um die Neuausrichtung Ihres Gastgeber-Images: Hotels können beim modernen Reisenden vor allem damit punkten, indem sie zu persönlichen Erlebnissen verhelfen.

Backpacker waiting for the train

Photo by Clem Onojeghuo

Wie Sie den Trend für sich nutzen können

Sie haben zwei wesentliche Voraussetzungen, um das zu tun.

Erstens Ihr Wissensvorsprung gegenüber Ihrer Besucher über lokale Angebote, die “abseits der ausgetrampelten Pfade” liegen. Werden Sie kreativ – sicherlich hat jeder Ihrer Mitarbeiter einen besonderen Tipp, den er oder sie gerne teilt.
Fangen Sie z.B. damit an, mit ihrem Küchenchef das „Rezept des Monats“ zu digitalisieren, welches Sie dann Ihren Gästen nach dem Aufenthalt versenden können. Oder fragen Sie die laufbegeisterten Mitarbeiter nach ihren Lieblings-Jogging-Strecken, welche Sie dann Ihren Gästen dann als Route empfehlen können.

Und zweitens wissen Sie Dinge über den Gast, die keine Suchmaschine wissen kann. Ihr Vorteil: der Gast hat den persönlichen Kontakt zu Ihnen, Sie können die Stimmung einschätzen, Rückfragen stellen und dann das richtige Erlebnis empfehlen.

Bauen Sie diesen Vorsprung nachhaltig aus und werden Sie langfristig erfolgreich. Halten Sie deshalb das Wissen über den Gast unbedingt in digitalen Profilen fest. Ein Grundstock aus Wissen, z.B. über Interessen und Verhalten generiert sich schon über die Daten in ihrem PMS.

Modernes Gastgebertum darf sich nicht darauf beschränken, neue Designs und hippe Bars in Hotels zu installieren.

Ihre Gäste möchten auch einzigartige Erlebnisse außerhalb Ihres Hauses. Und wer könnte besser die Tür dafür öffnen als ihr Gastgeber?

 

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