Daten sind nicht das neue Öl

Anna ScheffoldDigitalisierung & TourismusLeave a Comment

Was Sie als Hotelier tun müssen, um die volle Energie aus Ihren Daten zu schöpfen

Hand aufs Herz – wie oft haben Sie in den letzten Wochen, Monaten, wenn nicht sogar Jahren gehört “Daten sind das neue Öl”?

Bei genauerer Betrachtung hält die Aussage aber der Wirklichkeit nicht stand. Wir möchten gerne analysieren, warum das so ist.

Warum sagt man überhaupt “Daten sind das neue Öl”?

Ursprung dieser Aussage ist die Bedeutung des fossilen Brennstoffs für die Entwicklung der Industrielandschaft. Als Energieträger hat Öl dafür gesorgt, dass Maschinen betrieben werden und Lieferwagen weite Distanzen zurücklegen können. Als Rohstoff für zahlreiche Kunststoffe ist es noch heute aus unserem Alltag kaum wegzudenken.

Öl hat dafür gesorgt, dass sich unsere Gesellschaft in einer zuvor nicht gekannten Geschwindigkeit entwickeln kann und dass der Wohlstand spürbar angehoben werden kann. Es sind Weltkonzerne entstanden mit großen Einfluss auf zahlreiche Wirtschaftszweige und direkt oder indirekt hängt vermutlich noch heute jede Industrie vom schwarzen Gold ab.

Deshalb wird die seit Jahrzehnten stetig wachsende Digitalindustrie gerne mit der Ölindustrie der vergangenen 200 Jahre verglichen. Der Vergleich hinkt jedoch, wenn man sich einmal einem anderen, wichtigen Argument zuwendet.

Warum diese Aussage nicht stimmt

Öl wird verbraucht, verbrannt und damit immer weiter verknappt. Und obwohl Recycling und Upcycling immer wichtiger werden, sind unserer Meere und Flüsse mit Plastik überlastet.
Daten dagegen werden mit der Zeit nicht weniger sondern immer mehr. Das Datenvolumen hat Experten erwarten, dass sich das Volumen weltweit von 16,1 auf 163 Zettabyte im Vergleich von 2016 bis 2025 erhöht. Also eine Verzehnfachung innerhalb 10 Jahren. Bei einer Zahl mit einundzwanzig Nullen. Das entspricht der Datenmenge von 40 Trillionen DVDs. Würde man diese dann aufeinanderstapeln, würde der Stapel 100 Mal von der Erde zum Mond reichen.

Sind Daten vielleicht eher erneuerbare Energien?

Was diese Zahlen ausdrücken wollen: Es gibt keine Verknappung sondern möglicherweise ein Überangebot an Daten – bisweilen eine reine Flut, die gebändigt und strukturiert werden muss.
Vielleicht lassen Daten sich also eher mit Wasser- oder Solarenergie vergleichen – sie sind mit großer Wahrscheinlichkeit noch langfristig verfügbar und erlauben es uns, daraus Wert zu schöpfen. Und zwar immer und immer wieder. Daten können auf vielfältige Weise kombiniert, analysiert und weiterverarbeitet werden. Ein und derselbe Datensatz hat für den Einzelhandel einen anderen Wert als für ein Hotel oder für die darin befindliche Gastronomie.

Mit den richtigen Tools können aber alle soeben Genannten Erkenntnisse für ihr Produkt und ihre Kundengruppe erlangen.

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Implikationen für den Umgang mit diesem nachhaltigen Rohstoff

Was heißt das für Sie als Anwender von digitalen Technologien in der Hotellerie? Sie wollen mit Daten als Treibstoff Ihres Unternehmens volle Fahrt aufnehmen. Deshalb haben wir hier ein paar praktische Tipps für Sie – immer mit einem Augenzwinkern in der Analogie zur gängigen Rhetorik der Ölindustrie.

Erschließen Sie saubere Quellen
Daten sind nicht nur Rohstoff Ihrer Verkäufe sondern Beziehungskitt zwischen Ihnen und Ihren Gästen. Sorgen Sie dafür, dass Sie Daten nur über legale Quellen erschließen. Das funktioniert am besten, wenn Ihre Gäste Ihnen die Daten selbst freigeben. Bieten Sie dafür im Gegenzug einen spürbaren Mehrwert. Wenn Sie über zweifelhafte Wege an Daten gelangen, riskieren Sie auch, dass Ihre Beziehung an Fahrt verliert.

Seien Sie Ihrer Umwelt zuliebe sparsam
In Anknüpfung an den ersten Punkt: Daten um der Daten willen zu sammeln wird Ihnen eher Probleme verursachen als Nutzen zu bringen. Daten sind immer nur so wertvoll, wie die Frage, die sie Ihnen stellen. Deshalb sollten Sie genau überlegen, welches Ziel Sie überhaupt verfolgen.

Sorgen Sie für hohe Qualität
Sie wollen mit Ihren Daten arbeiten können. Also müssen Sie dafür sorgen, dass Sie den Rohstoff so verfeinern, dass er Ihr Hotel auf Hochtouren laufen lässt. Oder wieder in technologischer Ausdrucksweise: Arbeiten Sie mit Technologien, die Ihre Daten bereinigen, sie logisch verknüpfbar und zugänglich machen. All das muss automatisch funktionieren, damit Sie sich darauf konzentrieren können, ein herausragender Gastgeber zu sein.

Recycling ist auch im Digitalen eine gute Idee
Nehmen wir an, Sie verwenden eine Liste mit E-Mail-Adressen, Vor- und Nachnamen um einen Newsletter zu versenden. Sie haben Ihr Ziel erreicht und Ihre Kunden informiert. Nun ist es Zeit, die dabei anfallenden Daten zu recyclen! Aus dem ursprünglichen Stammdatensatz lässt sich in Kombination mit neuen Erkenntnissen aus dem Mailing-Anbieter wieder neuer Wert schaffen – z.B. indem Sie Ihren Verteiler aufgrund von Klickverhalten themenspezifisch sortieren können.

Sichern Sie den Datenschatz im Sinne Ihrer Gäste
Sobald Sie mit Daten arbeiten, haben Sie Verantwortung gegenüber Ihren Gästen. Nicht spätestens seit der Gesetzgeber Vorschriften verschärft ist Vorsicht beim Umgang mit Daten geboten. Mehr noch: sollten Ihre Kunden jemals wünschen, in dieser großen Sammlung an Datensätzen nicht mehr auffindbar zu sein, benötigen Sie den Wegweiser, der Ihnen hilft den entsprechenden Datensatz zu finden und zu löschen.
Im Sinne Ihrer Kunden haben Sie die Aufgabe, Daten so zu sichern, dass sie nicht unbemerkt abfließen können oder bei Bedarf ganz gelöscht werden können.

Ausblick

In den kommenden Jahren und Monaten können wir diese Liste mit dem Zuwachs an Optionen und Technologien sicherlich noch um viele wichtige Punkte ergänzen. Bevor wir das tun ist es jedoch wichtig, die ersten Schritte zu gehen und den Treibstoff der Digitalisierung heute zu erschließen.
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hotel mit erneuerbaren Energien langfristig vorankommt und die Rohstoffe idealen Maße genutzt werden.

 

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