5 Fragen an: Bastian Kneissl

Kerstin SteinbergEvents, Team, UnkategorisiertLeave a Comment

In unserer Artikelreihe “Fünf Fragen an Menschen hinter den Kulissen” treffen wir heute den Founder und CEO von MountLytics, Bastian Kneissl.

Bastian war lange Zeit in seiner Jugend Leistungssportler und entschied sich für seinen zweiten Traum – ein eigenes Unternehmen zu gründen. Während seiner Diplomarbeit forschte er gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut am Thema Identitätsmanagement für den neuen Personalausweis. Mit Hilfe eines Stipendiums gründete Bastian 2011 noch während des Studiums sein erstes Unternehmen. Mit GPS basierten Tracking Apps für Outdoor Sportler gelang dem Team 2014 der Sprung ins Silicon Valley. Dort entstand auch die Idee für MountLytics, mit welcher Bastian 2017 eine siebenstellige Seed-Finanzierung einsammeln konnte. Seither treibt es ihn an, Hotels zu digitalisieren und Gästen ein großartiges Reiseerlebnis zu ermöglichen.

Heute möchten wir mehr über Bastian erfahren.

 

Du bist nun schon sehr lange mit neuen Lösungen, Innovationen und Startups beschäftigt. Was treibt Dich an?

Bastian Kneissl: 

Eine meiner Stärken ist es, Ideen und Visionen rund um Probleme, Technologien und Märkte zu erschaffen. Kombiniert mit meinem Ehrgeiz und der Leistungsbereitschaft aus dem Sport, geht es darum, die Vision zum Leben zu erwecken und groß zu machen. Je schwieriger die Situation, desto motivierter bin ich, das Problem zu lösen. Aufgeben gibt es dabei nicht. Man ist immer dann am besten, wenn man für ein Thema wirklich brennt. Also, war immer klar, dass ich nicht in eine Bank gehe, sondern mir die Leidenschaft zum Beruf mache.

Ich liebe es an den schönsten Orten der Welt aktiv zu sein. Entweder auf Skiern, auf dem Rad oder auf dem Surfbrett. Dort kommen mir die besten Ideen. Schon während des Studiums war ich erfinderisch. In meiner Diplomarbeit über den neuen Personalausweis hat mich zum ersten mal ein gesellschaftliches Problem extrem angetrieben. Wir halten uns zunehmend als Persönlichkeit im Internet auf, so muss es zwangsläufig für diese zahlreichen Daten eine sichere Identität geben. Was die Blockchain in ihrer “sicheren” Verschlüsselungstechnologie als Vision in sich trägt, hat mich schon 2010 sehr interessiert.

Die Digitalisierung beschäftigt die Hotelwelt. Was ist deiner Meinung nach die größte Herausforderung im Bereich Guest Relationship Management?

Bastian Kneissl: 

Während unserer Zeit mit den GPS Tracking Apps haben wir bereits 2011 persönliche Interaktionen zwischen dem Gast und dem Gastgeber erzeugt. Dabei haben wir immer mehr verstanden, dass gerade der Gastgeber eigentlich Nichts über seinen Gast weiß. Wir konnten sehen, auf welchen Pisten die User Skifahren, wie gut sie fahren und wie häufig. Durch das spezielle Spielkonzept haben wir immer mehr über den User erfahren. Die Destination oder das Hotel allerdings waren blind. Sie wollten an unseren Daten partizipieren, um mit dem Gast direkt kommunizieren zu können.

Nach meiner Zeit im Silicon Valley habe ich auch Projektgeschäfte für größere Unternehmen umgesetzt. Ein Großteil waren Relationship Management Lösungen für Konzerne. Auch hier musste ich feststellen, dass die Unternehmen quasi im Blindflug flogen. Sie kannten ihre Kunden nicht.

So reifte nach und nach die Vision, dass diese vielen hervorragenden digitalen Services in einem Nervensystem vernetzt werden müssen.

Mithilfe einer CRM-Lösung können Hotels die Kommunikation mit dem Gast mittels Trigger bis ins letzte Detail individualisieren. Kundendaten werden zusammengefasst und Kunden nach Merkmalen sortiert. Meine Vorstellungen geht soweit, dass jeder Gast zu unterschiedlichen Zeitpunkten völlig individuelle Kommunikationen erhalten. Und das Multi-Channel über Mail, Messenger oder App. An diese Stelle braucht man ein mit-lernendes System. Durch Machine Learning können Vorhersagen getroffen werden – wann der Gast wieder reisen wird, welchen Kommunikationskanal dieser am wahrscheinlichsten bevorzugt und welcher Content der Person ausgespielt werden sollte. Am Ende ist das Reiseprodukt zum größten Teil ein Serviceerlebnis, dass für jeden individuell zum WOW-Erlebnis werden sollte.

Basti, Du sagst die technologische Landschaft sei eingeschränkt. Kannst Du das näher beschreiben. Und siehst Du hier einen Wandel. Vermutlich beißen sich an diesem Problem ja mehrere die Zähne aus?

Bastian Kneissl: 

Absolut. Wir haben hunderte von Interviews mit Hoteliers geführt. Besonders in der Privathotellerie. Dabei wurde schnell klar, dass viele der Hotels noch sehr alte Software nutzen, die nur manuell aktualisiert werden kann. Außerdem fehlt es im Regelfall an zeitgemäßen Schnittstellen.

Das bedeutet sehr häufig, Hoteliers sind extrem interessiert eine Kommunikationsstrategie umzusetzen. Sie finden die Features der CRM-Lösung grandios. Jedoch scheitern sie an dem Umstand, dass sie das PMS vor Ort nicht mit anderer Software verbinden können. Die Mehrzahl hat keine cloud-basierten Systeme. Für uns von MountLytics war schnell klar, mit dieser marktbeherrschenden Situation müssen wir umgehen. Ein Teil unseres Teams ist mit der Integration von diesen Systemen beschäftigt und findet Lösungen. Jedoch ist eine Integration mit einem cloud-basierten PMS in ein bis zwei Tagen wesentlich schneller umgesetzt.

Was jedoch den Wandel angeht, hier sehen, spüren und hören wir aktuell eine riesige Bewegung. Viele alteingesessene Player versuchen Startups mit Innovationen klein zu halten. Jedoch arbeiten die Startups extrem gut zusammen, positionieren sich mit gemeinsamen Ansätzen. Startups werden zunehmend in Konferenzen für die Hotellerie mit eingebettet, um Alternativen und Lösungen aufzuzeigen.

In meinen letzten Podiums-Dikussionen auf dem HSMA eDay 2018 oder auf der ITB in Berlin konnte man merken, dass der Unmut der Hoteliers riesig ist. Besonders darauf bezogen, mit den herkömmlichen Systemen nichts verändern zu können. Die Bereitschaft auf ein modernes PMS zu wechseln, nimmt immer mehr zu.

Man muss selber viel Lobby betreiben, um ernst genommen zu werden. Deshalb bin ich als Sprecher des Traveltech & Tourism Plattform des Bundesverbands Deutscher Startups e.V. aktiv. Ich sehe mittlerweile die ersten Ergebnisse dieser Lobbyarbeit und wir stellen fest, dass sich erste große Player für eine Zusammenarbeit öffnen. Ich gehe der Zukunft also positiv entgegen. Es ändert sich gerade eine Menge.

Was ist für Dich das Wichtigste in einem Team generell und besonders bei MountLytics?

Bastian Kneissl:

Das Wichtigste ist für mich, das ein Team zusammenarbeitet. Das jeder im Team an dem Ganzen mitwirkt, das ist im Sport aber auch im Unternehmen so.

Das ist für mich auch die größte Herausforderung. Ich möchte ein Team, das Hand in Hand arbeitet und auf das man sich verlassen kann. Über die Jahre sind wir gewachsen und wir sind nunmehr 16 Leute, die auch remote arbeiten können. Ein Teil sitzt in Leipzig und ein Teil in Eschborn bei Frankfurt. So ist der Team Set-up entscheidend für das Vorankommen. Wir sind auch am experimentieren und versuchen verschiedene Modelle.

Und zum Schluß, verrätst Du uns, was für Dich Momente, Hobbies oder Ereignisse sind, um deine persönliche Work-Life-Balance zu finden?

Bastian Kneissl:

Mein Alltag ist schon immer bestimmt von Sport und Reisen. Diese Leidenschaft teilt zum Glück meine Frau mit mir. Bei mehr Zeit wäre der Camper sicherlich unser erstes zu Hause. So gibt es Orte auf dieser Welt, die neu entdeckt werden wollen und es gibt Orte, an die man immer wieder zurückkehrt. Es ist seltsam, aber oft findet der Ort auch dich und du merkst wie dieser Ort und die Menschen deinen Akku wieder aufladen. Der Gardasee im Sommer oder ein kleines Schweizer Dörfchen im Winter sind z.B. solche Orte für uns. Spätestens wenn die Ski in der Bindung klicken oder der Wind auf dem Wasser bläst ist alles andere abgeschaltet.  

 

Am 11. Oktober war Bastian in München beim APADAY dabei. Am Nachmittag stieg er in den Ring für den „CRM Battle“ – CRM-Experten schildern ihre Vision über Customer Relationship Management und wie Automatisierung und Gästeprofile Datenschutz-konform umgesetzt werden sollten. Zum Schluss wurde abgestimmt und das Publikum war begeistert von MountLytics Vision.

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